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Post vom Nils

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Newsletter März 2017

Liebe Leser,

in den Nachrichten habe ich folgendes gehört: Der März ist da. Der Frühling lockt mit Niederschlag und Baumpollen.
Darum verlasse ich, in der Hand den Schirm und in der Jackentasche eine Packung Lorano-Tabletten, das Haus und gehe auf Tour. In folgenden Traumstädten mache ich Station mit „Mach doch’n Foto davon“, meinem einfach preisgekrönten Programm. In Bonn und Aachen jedoch nicht, dort teile ich mir die Bühne mit Kollegen.

03.03. Würzburg (D) / Bockshorn
04.03. Karlsruhe (D) / Jubez
05.03. München (D) / Münchner Lach- und Schiessgesellschaft
06.03. Bonn / Pantheon (Halle Beuel) Gast bei „Die Vorleser“
08.03. Frankfurt a.M. (D) / Stalburg Theater
09.03. Essen (D) / Bürgermeisterhaus
10.03. Köln (D) / Comedia Theater
16.03. Aachen (D) / FRANZ / Trio-Abend mit Götz Frittrang und Sebastian Nitsch
17.03. Erlangen (D) / Fifty Fifty
18.03. Markdorf (D) / Theaterstadel
19.03. Blaubeuren (D) / Zum fröhlichen Nix
22.03. Planegg (D) / Kulturforum Planegg
23.03. Stuttgart (D) / Rosenau
25.03. Gera (D) / Clubzentrum Comma
29.03. Erfurt (D) / Museumskeller

Ich würde ja gerne noch mehr schreiben. Aber das müsstet ihr dann leider auch lesen. Dummerweise habe ich gerade eine neue Patrone in meinen neuen Drucker gesteckt, und erwartungsgemäß funktioniert sie nicht. Das macht mich gerade so wütend, dass ich bei gmx.de Nachrichtenmeldungen kommentieren möchte. Ich habe aber auch dafür keine Zeit, muss ich doch das Ding zum Laufen kriegen. Ein neuer Text für „Die Vorleser“ muss ausgedruckt werden. Und der Drucker will es nicht tun.
Verdammt!
 Ach ja: Donald Trump will den Kohlebergbau ankurbeln. Er spricht in diesem Zusammenhang von sauberer Kohle. Ich glaube, der Mann hat noch nie in seinem Leben ein Stück Kohle angefasst. Sonst wüsste er, dass man sich danach gründlich mit Seife die Hände waschen muss. Weil Kohle nämlich nicht sauber ist. In diesem Zusammenhang hier noch der gewünschte Text meiner WDR 2-Glosse von dieser Woche.
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 Eins steht ja wohl fest: Die fossilen Brennstoffe haben ausgedient. Irgendwann ist der letzte Tropfen Erdöl aus der Erde gesaugt. Irgendwann haben heldenhafte Kohlekumpel auch in Polen und China den letzten Karbon-Überrest kurz über der Hölle weggekratzt. Damit der Kohlekrümel oben bei Tageslicht verfeuert werden kann. Doch ist die Kohle alle, fragt man sich bange: Was jetzt? Heizen wir mit angebranntem Toastbrot? Und womit betanken wir das Auto? Die Antwort: Die Zukunft der Menschheit ist rein elektrisch. Noch elektrischer als jetzt. Opel zum Beispiel soll ja, wie man hört, in Zukunft eine reine Elektromarke werden. Für die Aussage „Ich fahre einen Elektro-Opel“ wäre man früher mit voller Berechtigung ausgelacht worden. Doch heute ist jede noch so abstrakte Utopie mit bloßen Händen greifbar. Schon ein kurzer Spaziergang durch die Fußgängerzone gleicht einem Ausflug in einen Science-Fiction. Da draußen lutschen Menschen in aller Öffentlichkeit an abgesägten Lötkolben rum. Sie nennen sich Elektroraucher mit „E-Zigarette“. Noch vor kurzem entfesselte ein Raucher mit seinem harten Raucherdaumen am Feuerzeug eine respekteinflößende Flamme zum Anfachen eines Glutnestes, dessen Schwarzer Krauser-Emission er in ehrlicher Todesverachtung tief und gründlich in seine Lunge inhalierte, damit er aus jedem Lungenbläschen und jeder Faser seiner Klamotten nach menschlicher Kokerei roch. Ohne ihn zu sehen, wusste man: Ah, da kommt ein Raucher angehumpelt. Heute braucht so jemand Gleichstrom, damit er nach dem Ausatmen seines elektrischen Trockennebels die Leute an der Bushaltestelle mit der olfaktorischen Illusion eines prinzessinnenbetriebenen Apfelmußkrematoriums belästigt. Der Mensch schafft gerade auch seine Beine ab, denn er fährt Segway, den Lifta-Treppenlift, der endlich ohne Stufen auskommt. Sein Hirn hat er an Google outgesourced. Was man denken soll und wo man langlaufen muss, befiehlt einem das leuchtende Rechteck in der Hand. Es gibt ja auch schon die App-gesteuerte elektrische Zahnbürste. Vermutlich muss einem da jemand eine SMS schicken, damit man Zähne putzen kann. Aah – ich freue mich auf die Zukunft. Auf die fliegende Hornhautfeile und das sprechende Zungenpiercing. Und weil wir die Bienen gerade abschaffen, kommt bald die Blütenbestäubungsdrohne. Dann kriegt man zwar vom elektrischen Honigbrot eine gescheuert. Aber dafür muss man es nicht mehr selber in den Mund stecken. Weil auch das Honigbrot eine fliegende Zwischenmahlzeit ist, die einem das Internet der Dinge passgenau zwischen die selbstreinigenden Zähne schiebt. Oder so ähnlich. Wir werden ja sehen.
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 Bis bald im April.

Nils