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Hinter den Kulissen des Bühnenhumors

16. Juni 2017



Oft beneide ich den Zuschauer ja nicht. Ganz besonders beneide ich den Zuschauer nicht, weil ich weiß, dass er die wirklich hörenswerten Dinge einer Comedymixshow nicht zu hören kriegt. Ich meine Klatsch, Tratsch und Branchengeheimnisse, die fünf ausgewachsene Altcomedians Backstage im Quatsch Comedy Club von sich geben. Zwei Westfalen, ein Ösi, ein Ossi und ein Kölner. Fünf reife Herren, jeder für sich zu alt für Nigthwash, aber noch gerade gut genug für den Quatsch Comedy Club, das Gut Aiderbichl für Comedians, den Gnadenhof für Humoristen. Herrlich zu sehen, welche hasserfüllten Stories über diesen einen branchenbekannten Zeitgeist-Comedian aus jedem einzelnen rausbrechen. Es sind schadenfrohe Schilderungen dabei, die von Buh-Rufen im Publikum handeln, während der allseits überschätzte Heiopei auf der Bühne stand. Hochunterhaltsam auch die bunt ausgeschmückten Augenzeugenberichte über Zornattacken langjähriger Bühnenprofis, die an die Decke gehen wie ein Schnellkochtopf, weil sie ein kleiner YouTube-Kasper mit dem Ego eines Mon Cherie-süchtigen Gebrauchtwagenverkäufers direkt im Bühnenaufgang darüber aufklären will, was auf der Bühne funktioniert und was nicht. Erwähnen möchte ich auch kurz die ausführlichen Augenzeugenberichte über handfesten Garderobenkrach bezüglich vermeintlich politischer Einstellungen „von euch alten AfD-Kabarettisten“, die so spannend sind, dass Popcorn gereicht wird. Nicht vergessen möchte ich auch die süße Attitüde einer viel zu schnell nach oben gespülten Witzeverhasplerin aus dem Privatfernsehen, die auf der Bühne großzügig ihr Zeitlimit neu auslegt, weil sie dank der ihr verliehenen Massenmediumsallmacht meint, das Publikum sei selbstverständlich ausschließlich wegen ihr da. Fröhlich lockeres von Herzen ablästern, mit der Gelassenheit abgebrühter Zirkuspferde, die alles, wirklich alles schon gesehen haben. Die auch schon diverse Male von Shootingstars überholt wurden, nur um etwas später ganz entspannt wieder an den Opfern des Haifischbeckens Deutsche Comedy vorbeizuziehen. Das alles findet hinter der Bühne statt. Aber nicht immer. Man muss schon Glück haben und live dabei sein. Denn meistens passiert ja backstage gar nichts. Außer dem Öffnen einer Wasserflasche (still) hört man auch kein Geräusch. Aber wenn es der Spielleitung durch ein wirklich außerordentlich glückliches Händchen bei der Künstlerauswahl gelang, einen Kabarettisten mit dem Charme einer lodernden Fackel und einen Comedian mit den Eigenschaften eines übervollen Benzinfasses zusammen in die Show zu buchen, wird es grandios. Nicht für den Zuschauer. Sondern für die anderen Auftretenden, die in den Katakomben des Friedrichstadtpalastes den besten Teil der Show sehen dürfen und dafür sogar noch Gage bekommen. Alles live. Keine Kamera läuft. Lediglich die Dabeigewesenen können der Nachwelt berichten, was vorfiel. Herrlich. Der Masse im Saal bleibt der Zickenkrieg im Hinterzimmer des Humorbergwerkes leider leider verborgen. Und darum beneide ich die Zuschauer nicht. Am allerbesten ist jetzt natürlich, dass ich hier leider leider keine Namen nennen darf. Haha! Aber das allerschönste ist die Tatsache, endlich mal wieder auf Bühnenkollegen zu treffen, die noch wissen, wie man sich miteinander unterhält. Die sich nicht ausschließlich dem Smartphonegestützten Tuning ihrer Followerzahl widmen. Weil ihnen die Show und die Kollegen und das ganze drum herum kackegal sind. Dabei wird die sogenannte Followerzahl von Facebook selber manipuliert, dass weiß ich. Steht alles im Illuminaten-Newsletter, den ich abonniert habe. Ich zum Beispiel habe nicht mehr als 23 Follower, aber Facebook macht mir weiß, ich hätte mehr. Mir ist das aber ganz egal. Und den gerade mit mir auftretenden alten Säcken auch. Keiner von denen hat ohne Unterlass seinen „digitalen Diktator“ (Harald Lesch) in der Pfote. Der Grund dafür ist vielleicht aber auch einfach, dass im Backstage des Quatsch Comedy Clubs zu Berlin der Handyempfang sauschlecht ist. Und das WLAN keinen Deut besser. Und das ist auch gut so. Mal abgesehen von meinem Branchengesabbel lohnt sich der Besuch im Quatsch Comedy Club Berlin diese Woche (noch bis Sonntag) ganz besonders, denn die Kollegen sind sehr witzig. Witziger als sonst. Als die anderen sonst. Ehrlich! Darum war‘s gestern auch nahezu ausverkauft. Am Donnerstag. Es gibt noch Wunder!


P.S: Das Foto zeigt mich mit der Tapetenpamela an der Wand meiner Garderobe. Ich versuche so zu gucken wie Donald Trump, wenn er gleich vom Teleprompter abliest, wenn er fotografiert wird, wenn er gerade mal wieder sauer auf die Russen, das FBI und Hillary ist, wenn Melania seine Hand wegschlägt und eigentlich immer.



Bald schon ist Urlaubszeit

12. Juni 2017


Es ist Montag. Dies nur zur Info an jene, die diese  Zeilen am Mittwoch lesen. Zur Abwechslung hat heute mal nicht der Spiegel Hitler auf dem Titel, sondern die BILD. Nazis tummeln sich am Ballermann, schlagzeilt das Massenblatt. Wer es nicht weiß: der Ballermann ist ein Beklopptengehege mit Beklopptenmusik und Beklopptengehabe und bekloppten Straßennamen auf der Insel Mallorca, weit vor den Toren der Hauptstadt Palma. Der Ballermann zieht laute und lästige Menschenmassen an wie Gammelfleisch die Billiggourmets. Vor einigen Jahren habe ich drei Monate auf „Malorza“ gelebt und gearbeitet, und mich in dieser Zeit nicht einmal an den Ballermann verirrt. Weil da nun mal meiner Meinung nach besonders viele laute unangenehme Betrunkene herumtollen. Und nun also auch ganz wertvolle Herrenmenschen. Die ihr Tausendjährigsein offen und ungestört mit Herrentittentattoos feiern. Und dabei braun werden. Und sie tragen T-Shirts, auf dem das einschlägige indische Sonnenwendesymbol prankt. Ein Label, dessen Ursprung so Urdeutsch ist wie Spargel, Tomate und Sushi. Nazialarm auf einer spanischen Insel. Schon komisch. Da wird jahrelang gefordert „Nazis raus“ – und kaum sind sie draußen, ist es auch wieder nicht richtig. Verdammt verrückt, diese Welt. Während im Land der Bundestagswahlkampf tobt – kleiner Witz – und sich alle wie doll auf vier weitere Jahre Merkel freuen – noch ein kleiner Witz – trotzdem es so viele Alternativen gibt – schon wieder ein Witz – ziehe ich kurz Bilanz. Die Frau gegenüber im ICE heißt Bea. Das weiß ich, weil sie gerade den Hotspot ihres iPhones aktiviert hat, dessen Name mein Laptop mir verriet. Mit dem ich ins Netz ging, um nur mal aus Interesse die Preise für Eigentumswohnungen in Bünde zu checken. Die überraschend hoch sind, trotzdem ich mich beim Gang durch die Bünder Innenstadt ziemlich erschreckt habe. Das sage ich, trotzdem ich neulich in Gera und Plauen war. Inmitten von Bünde: Leerstand, Leerstand, Leerstand. Nebenan in Porta Westfalica sieht es nicht besser aus, zumindest bezogen auf zwei dortige Hotels (ein schönes Foto hab ich beigefügt). „Für Depressionen gibt es Gründe. Und Bünde.“ Ein Spruch, mit dem ich mir auf der Bühne in Bünde viele Freunde gemacht habe. Mal sehen, ob einer von denen bei meinem Sologastspiel am 6. Oktober wiederkommt. Vielleicht hat man mir meine kleine Nettigkeit bis dahin aber verziehen. Nun ist es so:


Auch der Humorfacharbeiter braucht mal Urlaub. Im Juli und August nehme ich mir Zeit, die anstehende Mückenplage voll auszukosten. Bei Müßiggang und Bespaßung der selbstgemachten Kinder wird der ein oder andere Gedankenhonig geimkert. Daraus backe ich dann schöne neue Inhalte für das im Jahr 2018  kommende Bühnenprogramm. Ab Herbst 2017 kann man in den letzten Aufführungen des preisgekrönten Programms „Mach doch’n Foto davon“ sicherlich in neue Nummern reinhören. Wer ganz genau aufpasst, bekommt den schleichenden Übergang vom alten Programm ins neue Programm präzise mit und kann ihn nachsprechen. Kann sein, dass ich am 13. August beim Open Flair (Yeah!) in Eschwege auch schon neue Highlights austeste. Und im November bereits bin ich auch mal wieder im Fernsehen: Die Anstalt und Kanzleramt Pforte D haben angefragt. Mich! Vermutlich, weil Torsten Sträter gerade mal keine Zeit hat. Und nun lasse ich den ICE-Piloten (Gott) einen guten Mann sein, recke und strecke mich und döse den Pre-Sommerpausegigs in Berlin, Esslingen und Düsseldorf entgegen.


Tschö mit Öh!


Wo schlafen die eigentlich alle?

28. Mai 2017


Wo schlafen die eigentlich alle? Diese Menschen, die zum Junggesellenabschied nach Düsseldorf reisen? Die Nordrhein-westfälische Landeshauptstadt ist ja seit Menschengedenken weit über ihre Grenzen bekannt dafür, an jedem verdammten Wochenende Junggesellenabschiede durch ihre Altstadt ziehen zu lassen. Doch nochmal die Frage: diese Menschen, die das letzte Mal ihren Anstand als Unverheiratete öffentlich und ausgiebig so in Frage stellen, als wären sie die Ersten und Einzigen auf diesem Planeten, die sowas tun – wo schlafen die alle? Wo übernachten die? Schließlich wohnen die nicht in Düsseldorf. Wenn sie in Düsseldorf wohnen würden, würden sie in Düsseldorf keinen Junggesellenabschied feiern. Weil sie wüssten, wie bekloppt das ist. Wo übernachten sie also? Antwort: in meinem Düsseldorfer Hotel. Dem nh-Hotel. Punkt 12 Uhr am Mittag checken sie ein. Mehr weibliche als männliche Gruppen. In Frauschaftstrikots gekleidet, wie eine Fußballmannschaft, damit ja niemandem verborgen bleibt, was sie zelebrieren müssen. Sie müssen, weil irgendwo geschrieben steht, dass das so sein muss. Dass man sich nochmal ordentlich die Kante gibt vor der Trauung. Niemand weiß, wo das gesetzlich verankert ist, aber man ist sich sicher, dass! Der Teufel taucht schließlich in der Bibel auch nicht wörtlich auf, aber jeder weiß: es gibt ihn. Die Braut lässt sich sofort ausmachen. Es ist entweder die betrunkenste von allen oder die mit der größten Angst in den Augen. Oder beides. Die Ärmste ahnt, was sie erwartet. Weil jetzt genau die in ihrem Gefolge sind, die sich sonst nie melden, nie anrufen, und nie „Gefällt mir“ unter ihre Postings auf Facebook setzen, aber nun überraschend freundlich und vollkommen aufgekratzt sind. Aufgekratzt von den drei Haubitzen lauwarmer Mumm, die sie schon intus haben. Aufgekratzt von der Aussicht, Zeugen einer grandiosen Blamage zu werden. Die mitgefilmt wird, man will ja schließlich auf dem Hochzeitsabend einen lustigen Pleiten, Pech und Pannen-Film zeigen. Da stehen sie, an der Rezeption. Es ist 12 Uhr, ihr Zimmer ist noch nicht frei, bis eben war noch die Belegschaft eines Junggesellenabschieds da drin. Nun müssen erstmal diverse Brände gelöscht werden. Die Minibar wird wieder gefüllt, der Teppich gereinigt und das zerschlagene Badezimmerinventar ausgetauscht. Und das Fenster erneuert. Das ist nämlich kaputt, weil JEMAND mit Anlauf durchgesprungen ist. Hackebreit, nachdem ihm seine Kumpels gezeigt haben, was sich so alles auf dem gehackten Handy seiner Verlobten finden ließ. Die Renovierungsarbeiten dauern zwar ein wenig, gehen jedoch zügig voran. Dann können die lustigen Hühner aufs Zimmer. Schnell zwei Minuten frischmachen und dann hopp hopp auf in die Altstadt, um sich bei brüllender Hitze und gleißendem Sonnenlicht (Temperatur an diesem letzten Wochenende im Mai: schmelztigelige 32 Grad im Schatten) von seinen „Freunden“ vorführen zu lassen. Vor Düsseldorfern, Düsseldorferinnen und ihren Besuchern, die so was ja noch nie gesehen haben. Dabei ist doch allgemein bekannt, dass Düsseldorf ungefähr dreitausend Jahre vor Christus um einen Junggesellenabschied herum gebaut wurde. Der damals schon genauso aussah wie heute und genauso ablief wie heute. Menschen. So sind sie. Und weil ich das weiß, bin ich dann am frühen Samstag-Nachmittag doch nicht in die Altstadt gegangen. Bei brüllender Hitze. Ich war im Kino, bei netterer Gesellschaft. Die hieß „Alien“. Ich glaube, Alien Teil 39, „Alien vs. Bibi und Tina“. In diesem Film war zwar ebenfalls eine größere Menschengruppe in einheitlicher Kleidung auf einem fremden Planeten unterwegs, um sich Widerliches oral einzupfeifen, um es später zu erbrechen. Aber die Filmkotze ist wenigstens auf vier Gliedmaßen weggerannt und hat dabei laut gekreischt. War also der wesentlich lustigere Film als der, den ich in der Düsseldorfer Altstadt gesehen hätte.


Fernsehen aus der Zeitmaschine

30. Mai 2017


Thomas Gottschalk hat eine, nun ja, neue Show auf RTL. Sie heißt „Mensch Gottschalk“, kam (zum zweiten Mal nach der ersten Ausgabe im letzten Jahr) am Sonntag, dem 28. Mai um 20.15 Uhr und dauerte drei Stunden. Eine Woche zuvor sendete RTL auf diesem Sendeplatz eine Show mit Thomas Gottschalk. Nicht lange davor lief auf Sat.1 am Sonntag eine Show mit Thomas Gottschalk. Drei Ausgaben lang. Die drei verschiedenen Formate auf zwei verschiedenen Sendern am hinterletzten Tag der Woche hatten unterschiedliche Inhalte. Nämlich Thomas Gottschalk und kleine Kinder, Thomas Gottschalk und Günther Jauch feat. Barbara Schöneberger und Thomas Gottschalk mit irgendwelchen Prominenten und Helene Fischer. Alle drei Formate hatten eins gemeinsam: eine ziemlich miserable Einschaltquote – gemessen an der Strahlkraft, die der Moderator und TV-Mittelpunkt einst besaß. Richtig: besaß. Doch nun ist diese Strahlkraft stark gedimmt. In den späten 80ern und den frühen 90ern bis hin zum zweiten Drittel des Techno-Pleistozäns war ich Gottschalk-Fan. Ich guckte Wetten Dass – aber nur als VHS-Aufzeichnung bei einem Freund mit Recorder, damit ich bei den doofen Wetten und den meisten Musikgästen immer vorspulen konnte. Ich wollte lediglich sehen, welche Sprüche Gottschalk wieder raushaut. Mit welcher Rotzigkeit er Leinwandgötter aus Hollywood anmacht oder Sportler oder Politiker oder Sänger oder sonstige Clowns, die auf dem Sofa irgendeiner Mehrzweckhalle irgendeiner mittelgroßen Stadt Volksnähe probten und Lockerheit simulierten, in der zwei Tage nach der Fernsehshow wieder eine Kaninchenmesse stattfinden würde. Gottschalks Plappermaul lockte mich auch vor die Glotze, als er eine wöchentliche Show auf RTL bekam, sie wurde Anfang der 90er auf RTL gesendet. Weil wohl die Quoten mangels Sendervielfalt damals akzeptabel schienen, machte RTL, der damals erfolgreichste Privatsender Nachwendedeutschlands, aus dieser wöchentlichen Sendung eine tägliche: „Gottschalk Late Night“. Die guckte ich dann nicht mehr, weil ich wochentags beruflich früh raus musste (halb sechs!). Wegen seines Wechsels zu RTL nahm das ZDF Gottschalk die Moderation von Wetten Dass weg. Damals existierte noch eine innerdeutsche Grenze zwischen öffentlich-rechtlichem Fernsehen und Privatfernsehen. Man wusste, welcher Star (Kai Pflaume) wo moderierte (Sat.1) und welcher Sender welche Inhalte sendete. Man wusste, wo der Quatsch lief und wo der Anspruch einlud. Das ist lange her. Heute kann man beispielsweise das Erste nur noch am Logo oben in der Bildschirmecke erkennen, aber nicht mehr an den Moderatoren (Kai Pflaume). Plötzlich geschah etwas Unerhörtes: Gottschalk kehrte zum ZDF zurück und blieb gleichzeitig bei RTL. Es kam damals einer Revolution gleich, einem Sturz der Monarchie, dass Gottschalk trotz seiner Late-Show auf RTL zum ZDF zurückkehrte. Der große Dampfer Wetten Dass war von einem inkompetenten Kapitän aus den fünf neuen Bundesländern gefährlich nahe an eine Sandbank manövriert worden. Kurz vorm Kentern tauschte man den Hänfling aus der Zone gegen einen weltläufigen Kapitän mit internationaler Hochseeerfahrung aus, der sich auf der Brücke sehr gut auskannte: Thomas Gottschalk. Der Mann war im goldenen Zeitalter des Privatfernsehens bei RTL zum Superstar gereift, er hatte mittlerweile absolute Narrenfreiheit. Er konnte also im ZDF Wetten Dass moderieren und direkt danach auf RTL (meistens als Aufzeichnung) seine Late-Night. Zeitgleich machte er auf Sat.1 Reklame für Gummibärchen. Seine Late-Night kam damals sogar Samstags. Ich erinnere mich daran, dass einmal beide Sendungen, also Wetten Dass und später die Late Night, live liefen. Und weil das noch nicht dreist genug war, machte Gottschalk sogar in der betreffenden Wetten Dass-Ausgabe Werbung dafür, nach dem Abspann umzuschalten und ihm auf RTL bei seiner anderen Sendung – wie gesagt ebenfalls live (ich glaube aus irgendeinem Mehrzweckpuff in Mannheim) – zuzuschauen. Sogar zwei Gäste aus Wetten Dass nahm er mit: Harald Juhnke und Lothar Matthäus. Jawoll, solcher unnützer Gedankenschrott liegt tief im Speicherplatz meines Hirns verborgen. Andere mögen sich an bestimmte Floskeln in Neujahrsansprachen oder Absätze in damals verabschiedeten Gesetzen erinnern, oder an Wahlergebnisse der Grünen – meine Welt waren Fernsehsendungen. Also bestimmte Fernsehsendungen. Also die mit Gottschalk. Er war ein Vorbild für mich. Ich wollte sein wie er. Darum kann ich es auch tolerieren, obgleich ich es nicht verstehe, wenn junge Leute heute sein wollen wie Mario Barth. Sie wollen das, weil sie mit ihm aufgewachsen sind und weil sie nichts anderes kennen. Aber zurück zum blonden Riesen. Das, was jetzt gerade auf RTL und kurz zuvor auf Sat.1 mit ihm geschah, ist bedauernswert, aber lässt sich nicht ändern. Gerade „Mensch Gottschalk“, wo ich zweimal reinzappte, zeigte mir, dass der Showzug auf freier Strecke stehengeblieben ist und nicht weiterfährt. Der einstmalige Strahlemann Gottschalk ist unglaubliche 67 Jahre alt. Seine Zeit waren die 60er, die 70er und 80er. Sowas hat jeder, bei mir sind es die 80er und 90er, deren Musik aus meiner Anlage blubbert und deren CDs (selbst gekauft, brennen gab‘s noch nicht) in meinem Regal stehen. Bei mir ist das musikalische Befinden allerdings Privatsache, ich störe damit niemanden. Außer vielleicht meine Frau. Bei Gottschalk ist es aber wie mit einem alten James Bond, wenn der plötzlich zur Primetime auf Pro Sieben liefe. Man sähe sofort, dass das vorn und hinten nicht stimmt, dass es nicht passt, dass es ruckelt, knistert und zwickt. Und knirscht. Und pappig und muffig schmeckt. Weil die Zeiten sich geändert haben. Man sieht es an der Attitüde, an den Frisuren, an den Getränken und an der Frequenz der Flachlegoptionen, die der Superagent damals hatte. Bei Gottschalk hört man es an den Formulierungen, die er verwendet. Und an den Verhedderungen. Etwa, wenn er versucht, aus einer Gesprächssimulation mit Carolin Kebekus über Gleichberechtigung (nicht sein Thema) die Brücke zu schlagen zur Band Aerosmith, deren zwei faltig-agile Chefs live auf einen Plausch im Studio vorbeikamen. Ganz am Ende dieses Auftritts führte Gottschalk dann auch auch dem letzten Zuschauer die Antiquiertheit des Konzepts seiner RTL-Show vor Augen. Kurz vor der Verabschiedung zeigte er den beiden darüber offensichtlich länger nachgrübelnden Bossen von Aerosmith auf der Leinwand hinter dem Sofa ein Standbild aus den Simpsons. Mit Aerosmith als Gästen. Jeder kennt die Simpsons. Also wirklich jeder. Außer vielleicht meine Mutter. Und jeder, der sie kennt, weiß, dass so ziemlich jedes Popkulturphänomen schon in den Simpsons behandelt wurde. Dazu zählen Schauspieler (die von sich selbst vertont werden), Lego-Steine (es gab mal eine komplette Folge aus Lego) und selbstverständlich auch Sänger oder Bands. Ich glaube, es gibt keine Band, die noch nicht in den Simpsons auftauchte. Ich glaube, alles was stattfindet, taucht in den Simpsons auf. Wer nicht in den Simpsons auftaucht, den gibt es schlicht nicht. Gottschalk trompetete trotz dieser Gewissheit den vollkommenen Blödsatz raus: „Wer in den Simpsons landet, der hat es geschafft.“ Und das war absoluter Quatsch. Stand aber leider sinnbildlich für die ganze Sendung und für alle anderen traurigen Versuche, mit dem einstigen Phänomen Gottschalk weiterhin Quote machen zu wollen. Der Mann ist fit und er twittert jetzt auch ganz lustig, aber er ist in seiner Zeit stehen geblieben. Er ist ein bewundernswerter Plauderer und  Stimmungsaufheller. Aber auch er ist, wie einfach alles heute, nur noch Nische. Kein Massenphänomen mehr. Das muss man akzeptieren. Seine große Zeit ist vorbei und wird nie wieder zurückkommen und sie ist vor allem im Fernsehen abgelaufen. Wo Gottschalk Sonntags versucht, die Zuschauer einzufangen, die – wie ich – zwischen dem Polizeiruf im Ersten und „Designated Survivor“ auf Netflix kurz mal nachschauen, was er da gerade treibt. Und nicht entsetzt, aber ein weiteres Mal ernüchtert feststellen: Das gleiche wie früher. Auf die gleiche Art und Weise wie immer. Nur eben heute, 30 Jahre später. Er kann nicht anders. Und das ist auch verständlich Nur funktioniert das leider ebenso schlecht wie das Einlegen einer CD in ein iPad. Was aber vermutlich niemanden davon abhalten wird, es weiter mit ihm zu versuchen. Es gibt ja noch viele andere Sender, die Sendezeit füllen müssen. Und es gibt viele andere Showstars, die Lebenszeit füllen müssen. Und die Hoffnung stirbt zuletzt. Einen langen, müden, schwachbrüstigen Tod.


Die letzte Glosse auf WDR 2

16. Mai 2017 – heute lief meine letzte Glosse auf WDR 2. Hier der Text, entstanden direkt nach der Landtagswahl in NRW, bei der die beliebte Volkspartei CDU unfassbarerweise stark gewonnen hat. Vermutlich will das Wahlvolk einfach sicherstellen, dass die politischen Kabarettisten dieses Landes auch weiterhin gutes Material für die Bühne bekommen. Wo sie dann über die Partei herziehen, die jene gewählt haben, die vor ihnen sitzen. Und die jetzt darüber sagen “Genau so isses!” Ein Glück, dass ich kein Politkabarett mache.


“Die Deutschen lieben ja Musicals. Diese langweiligen Shows, in denen nichts Aufregendes passiert. Untermalt von schlechter Musik, zu der man laut schreiend aus dem Fenster springen möchte. Wenn eins da wäre. Deutschland und Musical – das passt zusammen wie Leitkultur und Sangria-Eimer. Höchste Zeit also für „Deutschland zweitausendfünfundzwanzig – das Musical“. Wir schreiben das Jahr zweitausendfünfundzwanzig. Die Deutsche Bahn hat die Fahrkarten gestrichen. Das war der finale Schritt – nachdem die Fahrpläne, die Wagenreihung und überdachte Bahnsteige abgeschafft wurden. Die Fahrkarte heißt im Jahr zweitausendfünfundzwanzig Smartphone. Dumm nur, dass es gar keine Smartphones mehr gibt. Das heißt: keiner darf mehr mitfahren. „Deutschland zweitausendfünfundzwanzig“ Stillstand ist mehr als ein Wort. Seit zwanzig Jahren steuert Angela Merkel die Chefnation Europas. Und sie steuert sie auf Sicht. Sie hat Frankreich das Taschengeld gekürzt, Griechenland per Schuldschein an die Türkei verkauft und Ungarn an Österreich verschenkt. Aber die Höchststrafe gab’s für Portugal. Der spanische Blinddarm muss per Dekret solange den Eurovision Song Contest ausrichten, bis die iberische Außenkante endgültig vom Atlantik gefressen wurde. „Deutschland zweitausendfünfundzwanzig“: Merkel hat die SPD fermentiert. Weg von einer Partei, hin zu einem Alibi-Grund, überhaupt noch so was wie Wahlkampf machen zu müssen. Eigentlich braucht man diesen Quatsch aller vier Jahre nicht mehr, weil sich der so genannte Wähler, trotzdem er die Wahl hat, eh immer fürs selbe Angebot entscheidet. Aber laut Grundgesetz gibt es sowas wie eine Legislaturperiode. Und noch gibt es Leute, die trotz Bildungssystem das Wort „Legislaturperiode“ aussprechen können. Auch wenn sie dafür betrunken sein müssen. „Deutschland – das Musical“ Sehen Sie, wenn die Deutschen auch im Jahr zweitausendfünfundzwanzig gefragt werden, was sie wählen wollen. Wenn die Gegenkandidaten von Angela Merkel nur ein paar Emojis bei WhatsApp sind. „Deutschland das Musical“ – mit Helene Fischer als Angela Merkel und Erika Steinbach als Bundeswehrkaserne. Musik: Die Amigos. Pausensnack: Kartoffeln mit brauner Soße. Zu erleben ist das Ganze im Musical Dome Berlin Schönefeld, vormals bekannt als Flughafen Berlin Brandenburg. Ich werde dieses schöne Musical jetzt schreiben. Kann also hier keine Glossen mehr machen. Ich bedanke mich für dreieinhalb Jahre treues Zuhören und wünsche ihnen viel Vergnügen mit meiner Nachfolgerin Katrin Bauerfeind. Ab nächster Woche hier auf diesem Sendeplatz. Tschüß!”


Und nun schreibe ich wieder Texte ausschließlich für die Bühne. Es waren interessante dreieinhalb Jahre, in denen ich viel lernen durfte über Radiohörerbefindlichkeiten, nicht richtig zuhören können und vor allem, schnell auf den Punkt zu kommen. Das ist man gar nicht so leicht, nönö. Wichtig auch: schon beim Ersinnen der Glosse die Schere im Kopf mitschnibbeln zu lassen, damit man ja keiner Randgruppe daheim am Empfänger auf die Füße tritt. Ich möchte mich vielmals dafür bedanken, diese schöne Sache gemacht haben zu dürfen. Einmal pro Woche die aktuelle Lage präzise wie ein Privatgelehrter einzuordnen. Was auf mehr oder weniger Resonanz stößt. Und im besten Fall WDR 2 einmal pro Woche für zweieinhalb Minuten davon abhält, schlimme Musik von Silbermond und Tim Bendzko zu spielen. Und vor allem möchte ich nicht verschweigen, dass es auch sehr viel Zuspruch gab. Teilweise sogar persönlich, mündlich vorgetragen von wildfremden Menschen, die mich weit außerhalb des WDR-Sendegebietes auf die Radioglosse ansprachen. Ein schönes Gefühl. Danke danke danke und gerne jederzeit direkt nach den Auftritten. Denn die gibt es weiterhin. Bundesweit. Und auf WDR 2 sendet nun Katrin Bauerfeind. Vermutlich, weil Barbara Schöneberger keine Zeit hatte.


Noch einmal WDR 2

9. Mai 2017


Wie der ein oder andere weiß, sendet WDR 2 jeden Dienstag im Rahmen der Reihe “WDR 2 Kabarett” bzw “U-Punkt” – wie es früher hieß – eine Glosse von mir. Seit dreieinhalb Jahren darf ich mich dort austoben. Dafür bin ich sehr dankbar, kann ich doch machen, was ich will. Denn eine Zensur findet nicht statt (außer bei Schimpfworten). Nach knapp 200 Glossen kann ich sagen: Der schärfste Zensor ist der Hörer. Manchmal erreichen mich nämlich empörte und entrüstete Hörerrreaktionen. Die decken die ganze Palette der Eingeschnapptheit ab, von der leichten Magenverstimmung über die persönliche Beleidigung bis hin zur lauten Foderung nach Strafverfolgung, Ausbürgerung und lebenslanger Einzelhaft bei Knäckebrot ohne Margarine. Manchmal bekomme ich aber auch Lob. Meistens aber bleiben Reaktionen aus. Dann weiß ich, dass die Glosse zu nett war. Kürzlich hat mich ein Hörer allerdings überrascht. Hiermit:


 


“Guten Morgen, Ich habe mich gestern kritisch zu Nils Heinrichs Podcast “Krasser werden…” geäußert. Leider hatte ich da wohl nur mit halbem Ohr zugehört und das ganze ziemlich in den falschen Hals bekommen. Heute habe ich mir den ganzen Podcast noch mal in Ruhe und vollständig angehört – und ich will mich entschuldigen für meine unsachliche Kritik. Das was Herr Heinrich sagt kann ich heute auch witzig finden. Ein gelungener Beitrag zum Wahlkampf und ein Anreiz, nicht immer alles auf die Goldwaage zu legen und auch mal etwas mit Abstand auf die Wahlkämpfer zu blicken. Danke! Viele Grüße, Jochen K.”


 


Am 16. Mai werde ich zum letzten Mal die Glosse am Dienstag bestreiten. Danach übergebe ich den Staffelstab ein eine aus dem Fernsehen bekannte prominente Nachfolgerin. Ich danke jetzt schon fürs Zuhören.


Ein kleines Wunder

12. Mai 2017


„Ich kannte ein Mädchen in Plauen, da bin ich bald abgehauen“ – diese Zeilen würde Ingo Insterburg heute vermutlich aktualisiert singen. Der freche Barde würde „Mädchen“ durch „Rentner“ ersetzen. Denn Plauen ist eine dieser typischen überalterten Oststädte, denen es mal wesentlich besser ging. „Das war mal die reichste Stadt in Deutschland“ klärte mich eine Besucherin nach dem Auftritt im Malzhaus auf. „Wann denn?“ frage ich ehrlich interessiert. „Zur Jahrhundertwende“ sagt sie. „Zu welcher Jahrhundertwende?“ frage ich zurück. „Na, 1900!“ erwidert sie. Alles, was damals in Deutschland produziert wurde und Reichtum schuf, wurde also in Plauen produziert und schaffte dort Reichtum. Plauener Spitze logischerweise, aber auch Schwerindustrie, Leichtindustrie und überhaupt Industrie. Das ist aber nur wirklich schon lange her. Der Boom hatte Plauen bereits lange vor Geburt der guten Frau verlassen. Kurz nach Ende des ersten Weltkrieges nämlich war der Goldrausch in Plauen nach 20 Jahren schon wieder vorbei. Wie das so ist mit Konjunkturspitzen, irgendwann sind sie abgefeilt. Aber nachtrauern wird man der guten alten Zeit ja wohl auch heute noch dürfen. Heute, wo die letzten der wenigen Jobs nach Polen abwandern oder in noch unaussprechliche Länder. In den Schaufenstern vieler Läden rufen „Zu Vermieten“-Zettel stumm um Hilfe. In der Innenstadt ist es in bestimmten Momenten tagsüber leiser als auf einem Friedhof. Manchmal miaut eine Katze, entschuldigt sich aber sofort für die Ruhestörung. Wenn man genau hinguckt, sieht man durchaus junge Leute. Aber ins Auge fallen in einer verlassenen, vereinsamten ostdeutschen Innenstadt nun mal eben die sehr gut dazu passenden Rentner und die Trägen, die die Bürde ihres eigenen Übergewichts mit sich herumschleppen. Mich wundert immer noch, dass ungefähr 150 Zuschauer zu meinem Auftritt kamen. Gerechnet hatte ich mit einer wesentlich übersichtlicheren und kleineren Zahl. Denn auch mein Business hat sich in den letzten zehn Jahren stark verändert. Scheinbar jeder junge Mensch, der sein Leben als Comedian oder Slammer in einigermaßen unterhaltsame Worte kleiden kann (so wie ich) drängt mittlerweile auf die Bühne (so wie ich). Poetry Slam ist heute ein anderes Wort für Zivildienst. Auf der Bühne wird es also langsam voller als im Zuschauerraum. Denn das Publikum wird ja nicht automatisch mehr – da kann Frauke Petry noch so viele Kinder fordern und selber mit gutem Beispiel vorangehen. Und das potentielle Publikum geht ja auch nicht automatisch häufiger abends aus, nur weil auf den Bühnen viel mehr los ist als früher. Zusätzlich sind die Leute übersättigt durch unfassbar viele lustige Lachsendungen im Fernsehen, die ihrerseits wieder auf Facebook vertreten sind. Parallel dazu finden in jedem Kaninchenstall landauf landab verdammt lustige Comedymixshows statt. Nirgendwo ist man mehr sicher vor Lachsalven, hinter jeder Ecke dieses Landes lauert ein Humorist, um sein argloses Opfer mit lustigen Knallergags zu belästigen. „Mich wundert ja, dass überhaupt noch jemand kommt“ sagte kürzlich ein altgedienter berühmter Kabarettist zu mir, mit dem ich auf einer Zugfahrt plauderte. Als er diese abgeklärten Worte sprach, dachte ich: „Mich auch.“ In wenigen Tagen hätte es mich zu einem Auftritt in Hoyerswerda verschlagen. Einer Stadt, über die man selbst in Plauen sagt: „Ach du Scheiße! Da ist ja gar nichts mehr.“ Außer einem gleichzeitig stattfindenden Musikfestival, vermutlich umsonst und draußen und mit Matthias Reim als Stargast. Und dementsprechend wenig verkauften Eintrittskarten für mich. Also noch weniger als ich dachte. Darum haben wir den Auftritt verschoben. Auf den 6. Dezember. Nikolaustag. Wo man den anderen was in die Schuhe schieben kann.


Eine 3 Kilo Hantel und eine Pulle Whisky

… erhält der Sieger des Best of-Slams in Hamburg. Beides befindet sich in meinem Rucksack. Allen potentiellen Rucksackdieben wünsche ich jetzt schon viel Spaß beim Mausen des tonnenschweren Reisegepäcks. Eigentlich wollte ich ja nur Werbung machen für mein Sologastspiel (Sologastspiel klingt um ein vielfaches edler als das profane „Auftritt“) im Hamburger Polittbüro am 29. April. Und wo sollte ein Werbeauftritt besser funktionieren als beim Best of-Slam am Ostermontag auf der Bühne des ausverkauften Hamburger Schauspielhauses, wo 1200 Leute sehen und hören können, was ich so tu. Und entscheiden können, ob sie das nicht nur zehn Minuten, sondern einen ganzen Abend lang sehen wollen. Werbung machen wollte ich. Und nun habe ich alter Sack mit meinem Kram diesen Slam auch noch gewonnen. Gegen blutjunge, mitten im Leben stehende Profislammer. Das klingt jetzt sehr nach „Opa hat noch mal einen hochgekriegt“ und das soll es auch und so fühlt es sich auch an. Geil nämlich. Faszinierend ist auch, vor dem Auftritt in der Kantine des Hamburger Schauspielhauses (ich kann das nicht oft genug schreiben – Hamburger Schauspielhaus, Hamburger Schauspielhaus, Hamburger Schauspielhaus) dem bekannten Theatergott und nebenberuflichen Film- und Fernsehschauspieler, dessen Name einem nie einfällt, beim Verzehren eines übergroßen Reisgerichtes zuzuschauen. Welches er bis zum letzten Reiskorn vertilgt, nach einer Probe, die offenbar sehr kräftezehrend war. Ich könnte den Mann jetzt googeln, aber das WLAN im ICE ist langsamer als der ICE selber. Aus dem Kopf kann ich einige Produktionen nennen, in denen er mitspielte: „Stromberg – der Film“, „Tatortreiniger“, „Wir sind die Neuen“ und im grandiosen „Wellness für Paare“. Dies nur am Rand. Hauptsache ist: Ich hab gewonnen. Ha! Ach so: meinen Auftritt kann man bald auf dem YouTube-Kanal vom Kampf der Künste anschauen. Ungekürzt. Also besser als im Fernsehen.


Und nochmal: Hamburger Schauspielhaus.


Für viele war das schon Frühstücksfernsehen

Ich weiß, dass gezielte Desinformation, soziales Land- und Stadtgefälle, Politikverdrossenheit und klassische dumme Schuldenbockmentalität gegenüber Ausländern viele Engländer für den Brexit stimmen ließen habe keine Ahnung, was die Engländer reitet, aus der EU rauszuwollen. Für mich haben die Pfefferminzsoßengourmets nie wirklich dazugehört, hinter ihrem Wassergraben. Ich habe auch eine Erlärung für den Türkentrotz, nämlich jahrelanger institutionalisierter Rassismus und der Selbstbetrug, Deutschland sei kein Einwanderungsland auch keine Ahnung, warum und wovon Türken in Deutschland so beleidigt sind, dass sie sich auf die Seite von  Erdogan schlagen. Ich weiß nicht, was denen fehlt. Woran es ihnen mangelt. Deren Realität schlug sich in meiner Biografie nicht nieder. Aus geschichtlichen Gründen. Fühlen sie sich nicht ernstgenommen? Dann geht es ihnen vielleicht wie den Ostdeutschen, deren DDR-Biografien seit den 90ern häufig für null und nichtig erklärt oder schlicht ignoriert wurden, was sie jetzt, knapp 28 Jahre nach dem Mauerfall, immer noch nicht vergessen können, obwohl sich die Erde inzwischen einige tausendmal weitergedreht hat. Wenn  überhaupt, finden sie nur im Programm des mdr statt. Darum wird dieser Sender im Osten auch so häufig geguckt. Was mich allerdings in Sachen Pegida auch nicht schlauer macht. Weiß der Geier, was den Leuten fehlt, die da nach wie vor hingehen. Im Prinzip nichts, die wollen halt nur Recht haben. Das einzige, was ich weiß, ist: vor kurzem war ich im Fernsehen! Am Donnerstag, 6. April, NDR, 23.30 Uhr. “Intensivstation” hieß die Sendung. Man kann sie in der NDR-Mediathek sicherlich noch anschauen. Den Link muss man aber selber suchen, mir fehlt dazu die Lust, da man meine Sprechnummer eh zusammengeschnitten hat. Aus Zeitgründen. Ich kann ja verstehen, dass man eine 90minütige Aufzeichnung irgendwie für die Ausstrahlung auf die 45 eingeplanten Minuten runterkürzen muss. Aber wem mit der Ausstrahlung zusammengeschnippelter Häppchen gedient ist, deren Aufzeichnung mit Kulissenbau, zwei Ü-Wagen, Maske, Kostüm, stundenlanger Probe sowie Band ein irrsinnig hoher Aufwand war, das kann mir keiner erklären. Selbst wenn er es versuchen würde, ich würde es nicht verstehen. Da kann ich ja gleich YouTuber werden. So! Naja, immerhin war ich in der Sendung auch mit einem Lied zu sehen. Und das kann man dem NDR nicht hoch genug anrechnen. Normalerweise heißt es nämlich, dass die Zuschauer wegschalten, wenn Musik kommt. Umso dankbarer bin ich und höre ja schon auf zu meckern. Fernsehen ist super. Jawohl.


Auf diesem Foto fragt sich der Kollege John Doyle, der neben Antonia von Romatowski und Hans-Hermann Thielke ebenfalls dabei ist, warum nicht er als great Amerikaner auf dem Werbeposter für die TV-Aufzeichnung in Einbeck ist. Sondern ein Ostdeutscher.


Ich weiß es doch auch nicht.


Warum geht im Osten nix?

25. März 2017


Direkt nach meinem Auftritt im Comma in Gera verfasse ich noch schwer begeistert diese Zeilen. Im Comma in Gera hat schon jeder gespielt, der jetzt weltbekannt ist. Rammstein auch. Und Wanda, vor kurzem. Und ich. Heute. Im kleinen Saal zwar, aber immerhin. Das Publikum Ost ist toll, sehr toll. Meistens. Also oft. Also bis auf wenige Ausnahmen gilt: es hört auch die Zwischentöne, versteht die versteckten Gags und weiß sie durch entsprechende Reaktionen zu honorieren. Es ist sehr schön, im Osten aufzutreten. Da, wo eigentlich alles so schlecht sein soll. Einige Dinge sind es auch. Zweifellos. Beispielsweise stehen einige Häuser nur noch deswegen in den Innenstädten, weil ein Briefkasten dranhängt. Aber die Leute, die drumherum wohnen, sind es wert, für sie aufzutreten. Ich finde es sehr schade, dass das nicht öfter passiert. Meinerseits. Aber in diesem Frühjahr 2017 habe ich zumindest die Gelegenheit, in Erfurt, Plauen und Hoyerswerda (ja, auch da) einige einigermaßen bis sehr gute Abende zu erleben. Ich freu mich jetzt schon. Und zwar ernsthaft.


Abgesehen davon habe ich in diesem Hotel in Gera sogar Internet, das den Namen Internet verdient. Ich kann Netflix in HD kucken. Und nicht nur, wie sonst, in Pixeln. Dieses Internet hier hat Geschwindigkeit und ist nicht aus den 70ern, wie das Kupferkabelinternet so vielen anderen Herbergen und Landgasthöfen in den gebrauchten Bundesländern. Ich finde, das sollten alle wissen.


Hörer mailen - der Kolumnist antwortet

21. März 2017


Vollkommen unerwartet leerte sich heute ein Füllhorn voller Beschwerdemails über mir. Es geschah direkt nach der Ausstrahlung meiner kleinen Glosse auf WDR 2, die ich ausnahmsweise mal nicht im Bewusstsein schrieb, damit jemanden zu verärgern. Ich fand sie einfach nur lustig. Es ging um das eigentlich belanglose Thema “Harte Arbeit”. Dies aber auch nur zweitrangig. Primär wollte ich einfach nur mal was lustiges über Brötchennamen machen. Hier zunächst mal der Text der Glosse:


Gibt es eigentlich noch richtig harte Arbeit? Ich frage mich das nur, weil Martin Schulz,  der Jesus aus Würselen, will, dass harte Arbeit wieder richtig entlohnt werden soll. Wenn ich die SPD so reden höre, von schwerer Arbeit, dann denke ich automatisch: Hochofen. Stahlkocher. Aber in diesem Land wird kein Stahl mehr gekocht. Von  Menschen. Gekocht wird hier höchstens Karotten-Ingwer-Suppe. Und wer kocht die? Der Thermomix. Nicht mal mehr in der eigenen Wohnung gibt’s noch richtig harte Arbeit. Staubsaugen? Macht der Staubsaugerroboter. Staubsaugerroboter reinigen? Macht der Staubsaugerroboterreinigungsroboter. Zähne putzen? Elektrische Zahnbürste. Es gibt die Spülmaschine. Elektrische Rollos. Brillenputzroboter. Treppenlift mit Tempomat. Und das Licht macht der Bewegungsmelder an. Was war das früher schweißtreibend, den Lichtschalter zu betätigen! Drei Tage lang Muskelkater im Finger. Ein Glück, dass wir das Licht nicht mehr selber anmachen müssen. Und wenn das Kind abends sein zugemülltes Kinderzimmer nicht aufräumen will, wird der Laubbläser angeschmissen. Man muss auch nicht mehr laufen, um den zu tragen. Man steht auf dem Segway. Die Beine müssen auch nicht mehr arbeiten. Was also meint die SPD, wenn sie von harter Arbeit spricht? Den Bäcker kann sie auch nicht meinen. Der knetet keinen Teig mehr, der taut tiefgefrorene Rohlinge auf, die aus derselben chinesischen Fabrik kommen wie das iPhone. Er denkt sich höchstens alberne Namen für diese Brötchen aus. Wenn ich Brötchen kaufe, komme ich mir vor wie ein Teletubbie. Wenn man mich fragt: „Und was bekommen Sie?“, rufe ich freudig erregt die Brötchennamen durch die Bäckerei. Anderen mag das peinlich sein. Mir nicht. “Ein Quarktöpfelchen, ein Rosinenmürbchen, einen Kraftprotz. Und einen Zimtwuppi.“ Ich weiß nicht, was ein Zimtwuppi ist, aber ich will einen. Ich lebe in einer Ecke der Welt, wo Frieden und Freiheit Normalität sind. Ich kann beim Bäcker laut „Zimtwuppi“ rufen, ohne dass sie mich abholen. Und: weil es immer mehr Bäckerläden gibt mit immer mehr unterbezahlten Bäckereifachverkäuferinnen, die richtig hart arbeiten müssen, um bei den immer bekloppter werdenden Brötchenwünschen ihrer Kunden nicht laut loszulachen, glaube ich, dass es zumindest seitens der Bäckereifachverkäuferinnen für die SPD richtig gut aussieht. Aber nur solange, bis die SPD auch diese Berufsgruppe so richtig schön verprellt hat.


Soweit so harmlos. Dachte ich. Und ich sollte mich irren. Zunächst die Mail von Frau Chr. Br., gesendet an die Moderatorin Steffi Neu. Weitergeleitet an mich und von mir mit Antworten versehen, die ich der Hörerin zugeschickt habe. Voila:


“Sehr geehrte Frau Chr. Br,


der WDR hat mir gerade Ihre Mail an Frau Neu weitergeleitet. Ihre vielen Zeilen verdienen es, respektvoll von mir Stück für Stück beantwortet zu werden. Los gehts:


Nachricht von Ch. Br.: Sehr geehrte Frau Neu Ich habe gerade die Kolumne von Nils Heinrich (ich hoffe, ich habe den Namen richtig verstanden…) verstanden.


>> Ich bin mir nicht sicher, ob Sie sie verstanden haben. Meinen Namen haben Sie richtig verstanden, vielen Dank dafür. Aber: was sie da hörten war keine Regierungserklärung und keine Weltdefinition, sondern einfach nur ein kleines lustig gemeintes Stück, das sich im Zeitalter fortschreitender Automatisierung und Digitalisierung der Frage stellt, ob es wirklich noch 'Harte Arbeit' gibt. Selbstverständlich ist mir klar, dass es unzählige Berufe gibt, in denen noch richtig körperlich hart gearbeitet wird. Davon ausgehend, dass das sicher jedem klar ist und ich das nicht mehr großartig sagen muss, weil es ja jeder weiß, habe ich die Zeile, die darauf hinwies, dass es durchaus noch Berufe gibt, in denen richtig hart gearbeitet wird, im letzten Augenblick noch gelöscht, weil sie mir zu welterklärerisch erschien und meinem kleinen Stück den Pfiff abhanden kommen ließ. Ja, ich persönlich habe die fragliche Zeile entfernt (gleich mehr dazu). Und das war wohl ein Fehler. Offenbar muss man heute alles erklären, weil die Leute es sonst in den falschen Hals kriegen.


Ich habe mich wahnsinnig darüber geärgert, dass Herr Heinrich sich über die “harte Arbeit”, die es ja angeblich in Deutschland nicht mehr gibt, auslässt. Ich kann gut verstehen, dass die Arbeit von Herrn Heinrich alles andere als “hart” ist; im Sessel sitzen und den Kommentar, den ein Redakteur für ihn geschrieben hat vorlesen, stelle ich mir auch nicht so hart vor


>>> Da könnten sie richtig liegen, wenn es so wäre. Tatsächlich liegen sie aber knapp daneben, dann ich muss meine Texte leider selber schreiben, im Übrigen auf einem Sitzball sitzend. Schwer überlegend, welche Randgruppe ich diesmal nicht beleidigen darf. AfD-Fans, Impfgegner, im Internet kommentierende Rentner, Autofahrer sowie Deutsche im Großen und Ganzen hatte ich schon. Und auch die Ostdeutschen. Von denen ich selber einer bin. Oder aber ich schreibe die Glosse (ja, ich mache das selber – um mich nochmal zu wiederholen) zwischen zwei oder drei Auftritten im Zug. Denn es dürfte Sie überraschen, aber ich trete auch auf. Mit einem zweistündigen Bühnenprogramm. Vor Menschen, die das lustig finden. Ich verstehe auch nicht, warum die laut lachen, aber solange die das tun, mache ich das. Meinen schweren Koffer muss ich dabei selber in den ICE wuchten. Und auch wieder da raus. Denn ich habe kein Auto.  Und auch keinen Redakteur, der den Koffer für mich trägt. Ich mach das alles selber. Schön blöd eigentlich.


… Aber vielleicht sollte Herr Heinrich mal ein Praktikum als Krankenpfleger, oder als Polizist oder bei diversen anderen Berufen machen, die meiner Meinung nach alle “härter” als Kommentar-Vorleser sind! Oder mal den job einer alleinerziehenden Mutter übernehmen. Bitte seien Sie so nett, dieses an Herrn Heinrich weiter zu geben. Mit freundlichen Grüßen Ch. Br.


>>> Schön, dass sie mir ein Praktikum angedeihen lassen wollen, damit ich herausfinde, um wieviel härter es Menschen außerhalb meines Jobs als 'Kommentar-Vorleser' geht. Sowas ist mir jedoch bereits vertraut, da ich mehrere Jahre in einer Backstube gearbeitet habe, direkt am Ofen, wo man durchaus mal 20 Kilo schwere Backbleche wuchten muss, die ganz nebenbei noch knapp 200 Grad heiß sind. An denen man sich richtig verbrennen kann, was mir auch mehrfach gelang. Zahlreiche Brandnarben an meinen Armen zeugen davon. Diese Narben waren vorher dicke eitrige Blasen, die man aufstechen musste, was echt wehtat. Und als Zivildienstleistender war ich so frei, alte und behinderte Menschen, gerne auch übergewichtig, anzuziehen, auszuziehen, auf das Klo zu heben, ihnen den Hintern abzuwischen, sie vom Klo runterzuheben, zu duschen und Ihnen ihre Hornhautfüße mit Melkfett einzucremen. Was ich nach meinem Zivildienst auch noch freiwillig in einem Ferienlager nur für Behinderte fortgeführt habe. Und weil Sie das Thema Kindererziehung ansprechen: Da meine Frau und ich uns zwei kleine Kinder zugelegt haben, verfüge ich – wenn man zwei Erwachsene und zwei Kinder durch zwei dividiert – auch einigermaßen über den Einblick in den Alltag einer alleinerziehenden Mutter. Wenn man so will. Wissen Sie eigentlich selber, was harte Arbeit ist, oder meinen Sie es nur zu wissen? Ich weiß es nämlich. Und ich habe es auch nicht vergessen. Ich bin da durchgegangen und darum darf ich darüber lachen. Bitte verzeihen Sie, dass ich Ihre Mail ebenso ernst beantwortet habe, wie Sie diese verschickten.


Danke fürs Lesen und fürs Zuhören.


Nils Heinrich


Das Schreiben dieser Mail bedeutete für mich drei Stunden harte Arbeit. Rückblickend hätte ich es einfacher haben können. Dreieinhalb Sätze hätten gereicht: “Vielen Dank für Ihre Mail. Ich bin leider der falsche Adressat, ich kann nichts für den Inhalt der Glosse, ich lese doch nur Texte vor, die andere für mich schreiben. Beschweren Sie sich bitte beim Autor.” Hinterher ist man immer souveräner. Ein Hoch auf Antworten, die auf sich warten lassen.


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Herr M.E. schreibt bzw. spricht (vermutlich sehr erbost) in sein Telefon:


“Ich muss mich nicht beschimpfen lassen, dass ich nicht hart arbeiten würde. Aus welcher Motivaton erdreistet WDR 2 sich sowas? Ich hätte da gerne eine Rückmeldung, weil dieser Beitrag war absolut unverschämt.”


>>> Nunja, die Motivation von WDR 2 ist vermutlich Programmvielfalt, Meinungsfreiheit und Humortoleranz. Vermutlich müssen pro Tag irgendwie 24 Stunden Programm vollgemacht werden. Und man kann ja nicht immer nur Silbermond und Max Giesinger senden. Aber so genau weiß ich auch nicht, was für eine Motivation der Sender hat, um sich so zu erdreisten.


 


Nun noch Frau Br. A.-H., der ich ebenfalls per Mail geantwortet habe:


 


Sehr geehrte Frau A.-H., der WDR hat mir Ihre Mail weitergeleitet. Ich möchte zitierend darauf antworten:


Nachricht von Frau B. A.-H.: Das macht mich richtig sauer. Von wegen es gibt keine harte Arbeit, dann geht mal in eine Krankenhausspülküche, wo die Frauen fast kochend heißes Geschirr aus dem Spüler raushieven müssen. Die Frauen werden behandelt, als wenn sie Menschen 2. oder 3. Klasse sind und schlecht bezahlt. Das ist ein richtiger Knochenjob und viele haben Artrose und ständig Rückenschmerzen.


>>> Ich weiß sehr wohl um solche Zustände. Ich habe sowas ähnliches sogar selber mal gemacht, nur mit dem Unterschied, dass es in der Backstube, in der ich Lehrling war, keine Spülmaschine gab (DDR, achtziger Jahre) und ich die mit verkrusteten Lebensmittelrückständen (Eiweiß härtet echt verdammt aus) eingesauten schweren Bäckereikessel mit bloßen Händen und kochend heißem Wasser reinigen musste. Mehrmals täglich, an fünf Tagen in der Woche. Man hat mich behandelt wie den letzten Dreck, denn ich war der einzige Lehrling in der ganzen Backstube. Das hat mich richtig sauer gemacht. Bezahlt wurde ich auch nicht gut. Außerdem nur mit DDR-Geld. Und meine Hände hat es rau gemacht. Von der verbrannten Haut und den abgebrochenen Fingernägeln will ich gar nicht erst reden. Es gibt immer noch genügend Arbeitsplätze z.B auch am Bau, auch wenn heute viel mit Maschinen gearbeitet . Mit über 50zig sind diese Leute körperlich kaputt und dann heißt es zum umschulen zu alt, dabei sind es bis zur Rente noch 17 Jahre. Also werden sie oft berufsunfähig und das bedeutet oft arbeitslosigkeit bis zur Rente und dann eine Minirente. Und diese Arbeitnehmer haben meist schon mit 15 angefangen zu arbeiten. Also soziale Gerechtigkeit sieht für mich anders aus.


>>> Für mich sieht soziale Gerechtigkeit auch anders aus. Aber ich bin in dieser Hinsicht der falsche Adressat, ich bin kein Bauunternehmer, kein Gesundheitsminister und kein börsennotierter Krankenhausbetreiber und auch kein Inhaber einer Leiharbeitsfirma und schon gar kein reformbesessener Sozialdemokrat. Ich bin nur ein kleiner unbekannter Humorist, den die Radiohörer für einen Sprecher halten, der sich seine Glosse von Redakteuren schreiben lässt, um sie Dienstags ausgenüchtert einzusprechen, nachdem er sich Montags zwei Flaschen Wein reingepfiffen hat. Trotz alledem: Ich versuche weiterhin, den trostlosen Themen des Lebens etwas meiner Meinung nach Lustiges abzuringen. Mir ist klar, dass ich damit nicht jeden erreichen kann. Aber wenn der FC gegen Hertha gewinnt, freut sich auch kein Berliner. Allerbeste Grüße und Danke fürs Lesen und Zuhören. Nils Heinrich


Das Schlusswort in Sachen “heute sind alle so schnell beleidigt” überlasse ich dem Kollegen Tobias Mann (Link klicken): https://www.youtube.com/watch?v=gPpK1G_e-jg


Der Lauscher an der Wand

14. März 2017


Lieber Leser – du hast längere Zeit nichts aktuelles mehr gelesen. An dieser Stelle. Von mir. Tut mir leid, ich musste Leergut wegbringen. Nun aber meine WDR 2-Glosse von heute. Sie hat auch mit Pfandflaschen zu tun, irgendwie. Im weitesten Sinne:


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Noch bevor ich diese Glosse hier geschrieben habe, kannten die US-Geheimdienste schon das Thema. Weil ich nämlich laut drüber nachgedacht habe. Und das hat mein Fernseher mitgehört. Und weitergegeben. Mein Fernseher kann ins Internet gehen. Genau wie meine Heizung, mein Bügeleisen, mein Thermomix und vermutlich auch meine Socken. Diese ganzen Dinge sind online und finden sich im Internet besser zurecht als meine Mutter. Internet der Dinge nennt man das. Das Internet der Dinge ist eine Unterabteilung von CIA und NSA. Das haben die notorischen Geheimnisverräter von WikiLeaks enthüllt. Die haben außerdem enthüllt, dass im US-Generalkonsulat in Frankfurt am Main Geheimdienst-Hacker sitzen, die rund um die Uhr rumgrübeln, wie sie mich noch besser abhören können. Durch meinen Fernseher zum Beispiel. Aber wie? Wahrscheinlich arbeitet der Bildschirm dieser riesigen schwarzen Quizshowkachel wie eine Membran. Während mich Jörg Pilawa anglotzt, hören seine Ohren mich für einen Ami ab. Während ich zurück gucke. Aber an mir ist nix! Ich trenne Müll. Ich bringe Pfandflaschen weg. Ich räume die Spülmaschine ein und ich räume sie auch wieder aus. Ich trage dabei sogar Unterwäsche. Und beim Zähneputzen läuft mir immer der Zahnpastaschaum aus dem Mund so an der Hand runter. Zweiundachtzig Prozent aller Männer haben dieses Problem. Als Krönung meiner Langweiligkeit bin ich sogar in der evangelischen Kirche. Mein Smartphone weigert sich, Selfies zu machen. So langweilig bin ich! Und das ist der Grund. Über Attentäter und ähnlich fiese Zeitgenossen heißt es doch hinterher immer: er war ein unauffälliger Nachbar, der im Treppenhaus freundlich grüßte. Es heißt nie: er war Atomphysiker, der in seiner Freizeit Lena Meyer-Landrut-Büsten aus Essstäbchen bastelte. Ich! Bin! Normal! Und darum bin ich verdächtig! Also hört man mich ab. Um Terror zu verhindern. Das ist ja der ganz große Klassiker unter den Begründungen. Und ein nobles Ansinnen der Amerikaner. Terror verhindern ginge aber auch viel einfacher: einfach mal nicht so oft irgendwo einmarschieren und Unordnung stiften, weil man Land und Leute nicht versteht. Ihr Amis könntet euch die Freundschaft anderer Völker sichern, indem ihr euch auf das beschränkt, was ihr am besten könnt: Fernsehserien. Den ganzen Rest machen mittlerweile eh die Chinesen. Und das auch noch besser als ihr. Guckt euch nur mal deren Mauer an.


Dumb da Shit!

21. Februar 2017


Da mich keiner drum gebeten hat, gebe ich nun auch eine Ferndiagnose zu Donald Trump ab. Nein, eigentlich eher zu denen, die ihn gewählt haben und auch nach all seinen komplett hirnrissigen Alltagsaktionen immer noch supi finden. Also. Endlich hat ein Volk, das größtenteils aus wirklich sehr sehr einfach denkenden Menschen besteht, einen ebenbürtigen sehr sehr einfach denkenden Menschen als Präsidenten. Die meisten Amerikaner wissen ja zunächst mal gar nicht, dass es außer ihrem Land noch irgendwas anderes gibt. Sie kennen ja nicht einmal ihr eigenes. Die wenigsten von ihnen dürften jemals in New York gewesen sein. Aber warum auch, die USA sind so groß, dass schon ein Ausflug in die Nachbarstadt genug Aufregung für ein ganzes Menschenleben bietet. Wenn man nicht viel erwartet. Und viele erwarten nicht viel. Das hat ihnen die landeseigene Spielart des aktuell gültigen Gesellschaftssystems gründlich ausgetrieben. Für viele US-Amerikaner ist ein Besuch in Las Vegas das einzige, was sie im Leben wollen. Eine unübersehbar große Gruppe von ihnen trägt immer noch Frisuren aus den Achtzigern spazieren. Und ihnen allen war Schweden, dieses obskure Land in den Alpen, wo die Kängurus leben, noch nie geheuer. Sie sehen rund um die Uhr Fernsehen. Also die meisten. Stupide Sitcoms und dumme Talkshows. Unterbrochen von Werbung, größtenteils für Essen. Für Fastfoodketten, Gefrierkost, Diätgetränke und Fettfreie Snacks. Sie haben rund um die Uhr Angst davor, ihren Job zu verlieren. Wenn sie was unternehmen wollen, fahren sie mit ihren fetten Autos auf einen Schießplatz und verfeuern Munition. Und wenn man ihnen sagt, woher man kommt (Europa), fragen sie, wie man dort nur überleben kann. Es kann schon vorkommen, dass dort erwachsene Menschen, die durchaus ein Gehalt für eine geregelte Arbeit bekommen, einen ganzen Mund voller verfaulter Zähne mit sich herumtragen. Weil sie sich keinen Zahnarzt leisten können. Ein egoistisches Land voll mit egoistischen Menschen, die voll auf Schmerzmittel sind. Oder gleich auf Heroin. Der durchschnittliche weiße US-Amerikaner stirbt sehr wahrscheinlicher an einer Überdosis viel zu billigen Heroins als an einem islamistischen Anschlag. Selbst Schusswaffen bringen nicht so viele Leute um wie das flüssige Glück aus der Kanüle. Jeden Tag machen mehr als einhundert Menschen in den USA nach einem goldenen Schuss den Abgang. Dieses Land ist so am Ende, dass selbst ein stockbesoffener Bugs Bunny Präsident werden könnte. Nun ja, eine Art Bugs Bunny ist ja jetzt auch Präsident. Kein Trost, sondern eher eine Bestätigung, in was für einen kollektiven Zustand das Humankapital abgerutscht ist, welches dieses riesige Land mit den lose runterhängenden Stromleitungen, den Puppenstubenlichtschaltern und den rumliegenden Reifenteilen bevölkert. Sie glauben tatsächlich, der Chinese hätte ihre Jobs gestohlen. Dabei war es zuerst WalMart, der seine Zulieferer zwang, ihre zumeist überflüssigen Produkte noch billiger und noch billiger herzustellen. Da dies in den USA keiner machen konnte, hats der Chines übernommen. Der sich clevererweise in all den Jahren das weltweite Knowhow für Spitzenprodukte aller Art, einschließlich dort gedruckter Kleinkindbilderbücher, eingeheimst hat und nun in der Lage ist, die Welt damit zu versorgen. Herzlichen Glückwunsch, USA. Ihr habt nur allzu gerne weggegeben, was ihr mal konntet. Zurückkommen wird es nicht mehr. Spendiert euch noch einen schönen Druck und dämmert fein weg. Glaubt ruhig, dass euch eine Mauer retten wird. Und strenge Einreiseregeln. Die so streng sind, dass bald niemand mehr einreisen mag. Ich frage mich eigentlich nur noch, wie man es fertigbringt, trotz all dieser intelligenten Widrigkeiten großartige Filme, Serien und Comedy zu produzieren. Sollte dieses Land doch nicht so schlecht sein, wie einige (ich) behaupten? Hat es wirklich mehr zu bieten als Gott, Geld und Waffen? Will man die US-Amerikaner in die Knie zwingen, muss man ihnen eigentlich nur drei Dinge nehmen: Eiswürfel, Klimaanlagen und Erdnussbutter. Und schon sind sie komplett am Ende. Es ist fast schon zu einfach. Man liest je derzeit viel über den teuren Staatsunterhalt der kinderreichen und reisefreudigen Präsidentenfamilie. Auch diese Geldverschwendung lässt einen lächeln. Denn je mehr Geld für die Bewachung von Melania, Ivanka, Donald Jr. undwiesiealleheißen ausgegeben werden muss, umso weniger Geld steht der Aufrüstung zur Verfügung. Insofern ist Trump vielleicht doch das Beste, was der Welt außerhalb der US-amerikanischen Mauern passieren konnte.


Olé, olé olé olé, SPDehe, olé!

14. Februar 2017


Und hier wieder der Text zur heutigen Glosse auf WDR 2. Finden Sie selbst den Satz mit der Dopplung, die mir erst lange nach Überspielung des fertig produzierten Stückes auffiel.


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WDR 2 Kabarett | 14. Februar 2017 | Nils Heinrich: Goldene Zeiten


Wir leben in einer historischen Zeit. Nachkommende Generationen werden uns beneiden um das, was wir gerade erleben: Den Aufstieg der SPD. Der schlecht gelaunte Sigmar Gabriel ist ins Exil namens Außenministerium gegangen. Er bereist fremde Länder, um zu kucken, wie die Waffen funktionieren, die er als Wirtschaftsminister dahin liefern ließ. Und kaum ist er weg, steigt die Stimmung! Lichtgestalt Martin Schulz lässt die Umfragewerte explodieren. Die SPD, die gestern noch die Anziehungskraft eines leergekauften Schleckermarktes besaß, ist jetzt heißer als ein Thermomix. Der SPD-Parteiausweis ist DAS Statussymbol! Vergessen Sie den Sylt-Aufkleber! Allein in den letzten zehn Minuten sind dreihunderttausend Deutsche online zu Sozialdemokraten geworden. Was ist das Geheimnis des Erfolges? Sind es die sinnlichen Lippen von Martin Schulz? Sein tiefer Blick? Sein leichter Aachener Zischsprachfehler? Oder einfach die alte Fußballtatsache, dass man jedem Auswechselspieler zujubelt, der im letzten Drittel der neunzigsten Minute eingewechselt wird, um mit der Kraft der Verzweiflung endlich, endlich die zehn Gegentore auszugleichen? Hat das Treiben des irren US-Präsidenten den Leuten die Augen geöffnet, was auch hier passieren kann, wenn muffig riechenden Leberwurstnationalisten keine hippe Politik entgegengesetzt wird? Martin Schulzi Schulz ist der Smoothie mit dem extra Power. Wird jetzt alles besser? Aber sichi! Wenn Martin Schulz Kanzler wird, hält die Gerechtigkeit Einzug. Das soziale Gefälle wird mit einem Keil begradigt. Hass und Missgunst hören auf. Die BILD-Zeitung darf nur noch eine Schlagzeile haben: den Kontostand von Friede Springer. Wer auf Facebook mit seinem Essen angibt oder auf Instagram mit seinem Waschbrettbauch, wer mit dem Porsche Cayenne durch die Innenstadt fährt und im Winter Erdbeeren kauft, muss Vergnügungssteuer abdrücken. Hartz vier wird abgeschafft. Aus Jobcentern werden Wellnessoasen. Die Kunden, die früher mal Arbeitslose hießen, bekommen tägliche Fußmassagen und Schlammbäder aus Schokoladenpudding – selbstverständlich Laktosefrei. Die Rente ab vierzig wird eingeführt. Und die deutsche Fußballnationalmannschaft wird ab sofort von Oettinger gesponsert. Die SPD wird so links, wie sie es seit hundert Jahren nicht war. Oskar Lafontaine tritt wieder ein, die Linkspartei löst sich feierlich auf und wenn Sarah Wagenknecht ins Fernsehen will, muss sie bei QVC Haarnadeln verkaufen. Alles wird gut. Und wer das nicht glaubt, kann ja in die USA auswandern.


Autistisches Nullnetzwerk

Wer Postings von mir sucht, weil er sonst nichts zu tun hat, der muss ab nun hier auf dieser Seite bleiben. Denn: Ich klinke mich aus meiner offiziellen Facebookseite aus und lasse sie als Karteileiche im digitalen Orbit vor sich hinverwesen. Tut mir leid, Mark. Es hätte ein tolles Ding werden können mit uns zwei'n. Aber leider ist deine einstmals vielleicht ganz nette Idee zu einem Spätjugendclub für Aggro-Orks verkommen, reglementiert lediglich von nippelallergenen, hocheigenwilligen Algoritmen, deren binäre Launen ganz allein darüber entscheiden, ob Einträge für Follower sichtbar sind oder nicht. Am Ende des Tages, nach Einpflege extrem einfallsreicher Postings und Bildchen, stellt der Seiteninhaber dann fest, dass unnötig Lebenszeit verronnen ist. Für Einträge, die niemand sehen kann. Einziges Resultat dieser Investition: ein Nacken so steif wie der Cordhut auf dem Kopf eines bewaffneten, leicht reizbaren Rechsbürgers. Das ist mir zu doof. Darum sage ich Tschüss zu Facebook und arbeite mit meinem Team an neuen Öffentlichkeitskonzepten zum Erlangen der Weltherrschaft. Make Nils great again!Und wer darauf baut, dass ich manchmal Zeugs ins Internet schreibe – das tu ich weiterhin. Hier, auf dieser Seite. Die hat nämlich einen Blog. Ist das nicht der Wahnsinn? Doch! Und das allertollste ist: Man muss ihn nicht abnonnieren. Denn man kann ihn gar nicht abonnieren. Think different! Und handle antizyklisch. Und das allerallertollste: Man muss ihn nicht kommentieren. Denn man kann ihn gar nicht kommentieren. Ha!


Das Abenteuer ruft

7. Februar 2017


In der Pause (!) meines gestrigen Auftrittes im Apollokino Hannover haben zwei Damen gefragt, wann denn endlich das Vorprogramm vorbei ist und der Herr Markus Barth seinen Auftritt beginnt. Nachdem zuständige Fachkräfte den beiden Besucherinnen vorsichtig und einfühlend erklärten, einen (!) Monat zu früh im Kino erschienen zu sein, weil der Herr Markus Barth hier zwar auftritt, aber erst am 6. März 2017, die Pause zwischen Vorprogramm und Hauptact also einen ganzen Monat lang ist, blieben die beiden überpünktlichen Damen dann tatsächlich noch bis zum Schluss. Und hatten angeblich auch Spaß. Aber das wollte ich gar nicht mitteilen. Bekannt machen wollte ich die Weltöffentlichkeit mit der Tatsache, dass meine heutige Glosse auf WDR 2 ursprünglich einen anderen Text hatte, der dann aber verworfen wurde. Nämlich diesen hier:


Februar. Die Influenza geht um, überall ist der Salbeitee ausverkauft. Höchste Zeit, den Sommerurlaub zu planen. Hier unsere Reisetipps: Ägypten. Urlauben Sie preisgünstig in der stabilen Militärdemokratie mit Pyramidenhintergrund. Erholen Sie sich im All-Inclusive-Hotel am Mittelmeer. Mit all den anderen, die diese Reise auch bei Lidl-Reisen gebucht haben. Dieselben Leute, die sonst in der Kassenschlange über die Kassenschlange meckern, beschweren sich nun neben Ihnen im Liegestuhl über die Hitze. Genießen Sie im eingezäunten Strandabschnitt den einzigartigen Ausblick dahin, wo am Horizont ein volles Fluchtboot im Meer versinkt. Haben Sie es im Urlaub gerne einfach, umstandslos und ein ganz klein wenig wie zuhause, haben aber Angst vor einem Urlaub in Ostdeutschland? Dann Urlauben Sie in den USA! Ein Land, in dessen Provinz es genauso aussieht wie in Ostdeutschland. Also früher, in den 80ern. Wo die Leute genauso wählen wie in Ostdeutschland. Also heutzutage. In den USA werden sie im Gegensatz zu anderen zweifelhaften Ländern von kulinarischen Experimenten verschont. Hier dürfen sie nicht nur mit den Händen essen – sie müssen, weil es kein Besteck gibt. Und nach ihrer Rückkehr in die Heimat bescheinigt Ihnen ihr Arzt amerikanische Werte: Blutfettwerte. Trauen Sie sich im Urlaub nicht ins Ausland, weil dort so viele Ausländer sind. Oder machen Sie Urlaub in Spanien. Herrlich: Kein Spanier weit und breit. Die Massenarbeitslosigkeit sorgt für herrliche Ruhe. Wer Spanier sehen will, soll nach Berlin fahren. Da arbeiten die jetzt alle. Sie wollen wissen, wie es ist, dafür beschimpft zu werden, dass man Deutscher ist, möchten aber nicht schon  wieder in die Schweiz fahren? Dann Urlauben Sie doch in Großbritannien. Neben einer eigenen Währung, einer steinalten Königin und einer fragwürdigen Straßenverkehrsordnung ist das Land vollkommen frei  von allem. Vor allem von der EU. Einer Versammlung von Ländern, die sich darin einig sind, dass sie sich uneinig sind. Und die trotzdem keinen Krieg gegeneinander führen. Regiert von einer Kommission, die keiner gewählt hat. Oder ist Ihnen eigentlich alles egal und sie wollen einfach nur Urlaub machen? In  einem Land, wo man sich so um sie kümmert? Weil man sie schätzt? Weil Sie der einzige Mensch sind, der dort noch Urlaub macht? Dann fahren Sie doch in die Türkei. Wofür auch immer Sie sich entscheiden: Gute Reise!


Nach Überlegung, Rücksprache, Konsultation und insichreinhorchen mit dem Resultat “Abgehangen, Gesinnungsapplausheischend, nach bestätigenden Hörerrückmeldungen gierend” habe ich das ganze neu geschrieben. Heraus kam was ganz anderes, womit ich mehr anfangen konnte. Nämlich das hier:


 


WDR 2 Kabarett | 7. Februar 2017| Nils Heinrich: Urlaub in der EU


Bekanntlich fliegt ja in diesem Jahr die EU auseinander. Diese lustige Ansammlung kurioser Länder, die sich darin einig sind, dass sie sich uneinig sind. Regiert von einer Kommission, die keiner gewählt hat. Diese EU wird nach den Wahlen in den Niederlanden, in Frankreich und Deutschland offiziell abgeschafft. Dann dürfen Sie an der Grenze wieder Ihren Ausweis zeigen. Vorausgesetzt, sie haben ihn noch nicht abgegeben, weil sie Reichsbürger sind. Moment – hab ich gerade Ausweis gesagt? Ich meine natürlich Reisepass. Falls Ihnen die Diktatur Ihrer Wahl einen gibt. Nach dem Ende der EU darf man sich auch wieder den Kopf zerbrechen beim Währungsumrechnen. Wie wäre es also, den Urlaub in der EU zu verbringen? Solange sie noch da ist? Staunen Sie, wie schnell dieser Urlaub zum Abenteuerurlaub wird. Wie wäre es mit einer Reise nach Estland, Lettland oder Litauen. Lassen Sie sich im Baltikum von flächendeckend funktionierendem WLAN überraschen. Von einer Bevölkerung, die die EU, hihi, gut findet. Outen Sie sich dort einfach mal aus Jux als Putin-Versteher. Kritisieren Sie den Einheimischen gegenüber die Nato-Osterweiterung. Auf Russisch. Finden sie heraus, wie schnell sie rennen können. Oder fahren sie nach Nordirland. Das ist gerade noch so EU-Mitglied. Flanieren Sie durch ein katholisches Viertel in Belfast, tragen sie ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Lutherjahr zweitausendsiebzehn“. Finden Sie heraus, wie schnell sie rennen können. Nachdem sie ein rettendes protestantisches Stadtviertel erreicht haben, werden Sie ein ganz klein wenig erschüttert sein, weil Sie Mauerbau irgendwie gar nicht mal mehr so schlecht finden. Oder: Sie wollen zwar gerne mal ins Ausland, stören sich aber prinzipiell an den vielen Ausländern dort? Dann fahren sie doch nach Spanien. Da ist es herrlich ruhig. Dank der Massenarbeitslosigkeit. Kein Spanier weit und breit. Die sind jetzt alle in Berlin. Und arbeiten da. Dank der EU-Freizügigkeit. Sollten Sie allerdings GAR keine Lust auf die EU verspüren, sondern Ekel, Hass und Abscheu, dann fahren Sie nach Brüssel. Schimpfen und zetern Sie direkt vorm EU-Parlament, das diese Verbrecher-EU abgeschafft gehört, sofort, jetzt gleich. Werden Sie verhaftet? Oder erschossen? Nein. Wir sind ja nicht in der Türkei. Hier, in Brüssel, kriegen sie für ihre konstruktive Kritik einen Sitz im EU-Parlament. Wo Sie mit freundlicher Genehmigung der EU so richtig gut bezahlt die EU bekämpfen dürfen. So lange es sie noch gibt.


Man kommt ja zu nix!

31. Januar 2017


Oft wünsche ich mir, auch einer dieser älteren wütenden Blogger zu sein, die eingesponnen in ihre eigenen wilden Weltbildwahrheiten ihren Breitbandanschluss dazu nutzen, das Internet mehrmals täglich mit ihren Weisheiten zu versorgen. Man kennt ihre Namen, man hat ihre Gesichter vor Augen. Würde ich auch gern. So Zeug bloggen. Ich habe aber keine Zeit. Ich habe zwei Kinder, eine Spülmaschine und viele andere Dinge, die pausenlos große Teile meiner wenigen Lebenszeit für sich beanspruchen. Ich schaffe es ja gerade mal, eine wöchentliche Glosse für den Zwangsgebührensender WDR 2 zu schreiben. So auch diesmal. Sie heißt einfach nur “Vier Jahre Trump”, könnte aber auch heißen “Was hat der Irre heute wieder angestellt”. Das ist nämlich die Frage, die ich mir morgen für morgen stelle. Und es gibt wirklich ein Füllhorn an kranken Ideen, die Trump in die Tat umsetzen könnte. Meine Auflistung ist sicher nicht mal halb so krass wie das, was den USA noch alles bevorsteht. Wenn kein Amtsenthebungsverfahren dazwischen kommt. Ein Gutes hat das ganze: Die Zeit der drögen, erlebnisfreien Weltpolitik ist erstmal vorbei.


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WDR 2 Kabarett | 31. Januar 2017 | Vier Jahre Trump


Erschrocken erleben wir gerade, dass ein US-Präsident seine Wahlversprechen tatsächlich umsetzt. Wohin wird das führen? Ich wage mal einen Ausblick darauf, wie die USA in knapp vier Jahren aussehen werden. Im Jahr 2021. Wenn Donald Trumps Amtszeit endet. Also: Die USA bestehen fast nur noch aus Golfplätzen, Maisfeldern, Frackingfeldern, Casinohotels, Klimaanlagenfabriken und Schießständen. Google, Facebook und die restlichen Firmen aus dem Silicon Valley sind weggezogen in die Steueroase Großbritannien. Frankreich hat die Freiheitsstatue zurückgeholt. Die Hälfte der US-Bevölkerung ist gleich mit ausgewandert. Die Mauer zwischen Mexiko und den USA gilt als größte Touristenattraktion der Welt. Von mexikanischer Seite ist sie ebenso bunt bemalt ist wie früher die Berliner Mauer in Westberlin. Nach Mexiko darf man nämlich einreisen. Es ist das sicherste Land der Welt, seit keine Waffen aus den USA mehr dorthin gelangen und Drogenschmuggel Richtung USA keinen Sinn mehr macht. Die USA hingegen lassen schon lange gar nichts mehr rein. Immigration gilt als Terrorismus. Erst traf es Moslems. Dann alle Menschen, die bei deutschen Autofirmen arbeiten oder ein deutsches Autos gekauft haben. Und alle, die kein in den USA gebautes Smartphone besitzen. Also alle. Apple muss sein iPhone in den USA produzieren lassen. Das total überteuerte Teil, aus US-Stahl geschmiedet und mit US-Mikroelektronik gespickt, ist außerhalb der USA unverkäuflich. In den USA benutzen es die Leute als Hantel, mit der man fotografieren kann. Die Nationalparks der USA wurden privatisiert und teilweise in Maisfelder, Frackingfelder oder Bauland umgewandelt. In einigen stehen nun russische Atomkraftwerke. Aus anderen hat man Trump-Golfplätze gemacht. Mit angeschlossenen Trump-Casinohotels. Jeder US-Bürger muss einmal im Jahr tausend Dollar in einem Trump-Casino-Hotel lassen, sonst verliert er seine staatsbürgerlichen Rechte. Überhaupt: zur Wahl zugelassen sind nur noch weiße, hundertfünfzig Kilo schwere Trump-Sympathisanten, die jeden Tag aus patriotischem Pflichtgefühl fünf Gallonen Cola trinken, alle Chuck Norris-Filme kennen, Umweltschutz für eine chinesische Erfindung halten und an den Osterhasen glauben. US-Präsident Trump blickt derweil seiner zweiten, lebenslangen Amtszeit entgegen. Dafür hat die sympathische vierundsiebzigjährige Lichtgestalt per Dekret die Verfassung ändern lassen. Und wenn er doch mal sterben sollte, regiert er einfach weiter. Tiefgefroren. Oder als Hologram. So genau weiß er das noch nicht. Ist ja auch noch etwas Zeit. Hua!


 


Aufregen? Nö.

22. Januar 2017


Während die bessere Hälfte mit Kind 1 spielt und Kind 2 schläft, überlege ich mir, ob irgendwas war. War irgendwas? Ach ja: alle sind aufgeregt. Wegen Trump. Ach so. Warum eigentlich? Trump ist der neunte US-Präsident in meinem Leben. Die ersten vier US-Präsidenten meines Lebens, also Nixon, Ford, Carter und Reagan waren offiziell Feinde. Denn sie waren Imperialisten. Wurde mir eingebläut. Zwei davon habe ich gar nicht bemerkt, ich war noch zu klein. Carter trat dann schon ein bisschen aus meinem DDR-Kindernebel raus, und Reagan verdunkelte alles. Er war der Hauptfeind. Das war klar. Das las ich täglich in der DDR-Zeitung. Und das hörte ich in der Schule. Trotzdem fand das Volk Ende der 80er die Welt dieses Hauptfeindes interessanter als den eigenen grauen Graupensuppenalltag des real existierenden Sozialismus. Der Rest ist bekannt. Wenn nicht – einfach mal googlen. Nun also Trump. Soll ich auch aufgeregt sein? Soll ich meine nach Ende des kalten Krieges gekauften 80er Jahre Best-of-CDs aus dem Schrank holen, um zu hören, wie der kalte Krieg klang, damit ich vorbereitet bin auf das was kommt? „America first“ hat er gesagt. Und alle sind aufgeregt. Als ob der Slogan und seine Konsequenzen was Neues wären. Ich glaube eher, dass wir endlich wieder eine klare Produktbeschreibung haben. Endlich steht wieder drauf, was drin ist. Obama war vordergründig der Nette. Hintenrum hat der feine Herr Friedensnobelpreisträger aber Drohnencounterstrike gespielt, seine Verbündeten belauscht und mal eben außeramerikanische Firmenübernahmen verbieten lassen. Aber das war in Ordnung, denn vordergründig hat er das so schön weggelächelt. Außerdem war er durchtrainiert und hatte eine nette Familie. Nun ist jemand an der Macht bzw. am Drücker, der offen sagt, was von der Nation, die er nun regiert, schon  immer schon gemacht wurde. Vielleicht knallt demnächst wieder mal ein demokratisch gewählter lateinamerikanischer Staatschef aus unerklärlichen Gründen mit dem Flugzeug gegen einen Berg. Vielleicht wird wieder einer weggeputscht abgewählt. Vielleicht gibt’s bald irgendwo wieder einen Einmarsch Demokratie-Export. Vielleicht werden bald Strafzölle erhoben. Alles schon mal da gewesen – bis auf die Tatsache, dass das neue iPhone sehr viel teurer werden dürfte. Entweder wegen der Strafzölle oder aber, weil es in den USA zusammengeklebt wird und Apple niemalsnicht auf die Gewinnspanne von 890 Prozent pro Gerät verzichten will. Wenn ich Apple-Aktien hätte, würde ich sie jetzt eventuell verkaufen. Neu ist, dass der US-Präsident für mich wieder offiziell ein Feind sein darf. Ein ausgemachtes Schlitzohr dazu. Ein Haudegen, der die ganz normalen dickklötigen Weiberanpreisungen eines bierzischenden  Bauarbeiters raushaut. Trump ist schließlich Bauunternehmer. Was erwarten die Leute? Man sagt, er hätte noch nie ein Buch gelesen. Ich kenne viele andere Leute, auf die das ebenfalls zutrifft. Nicht alle sind Idioten. Was kann man machen gegen Trump? Laute zornige Musik hören. Hat man keine zornige Musik da, einfach mal zwei drei Monate warten. Die Reaktionen auf Trump werden viele neue zornige Musikstücke sein. Auch mein Beruf dürfte nun wieder etwas aufregender werden. Endlich ist wieder ein einfach zu rezipierendes Feindbild zur Hand. Gut, ein leicht reizbarer Narziss hat seinen Twitterfinger am Knopf für die Atombombe – aber sterben müssen wir alle. Hab ich im Internet gelesen. Und wenn es im Intenet steht, stimmts. Da bin ich Fatalist. Ob mich ein Gehirnschlag umbringt oder ein Erstschlag, ist mir gleich. Fußpilz oder Atompilz – wenn ich tot bin, juckt mich das nicht mehr. Ich selber habe das nicht in der Hand. Und sollte Trump mit den Worten „Amerika First“ gegen irgendjemanden seine Raketen in den Himmel schicken, dann heißt es kurz darauf, wenn dieser jemand seine Raketen in Richtung USA abgeschossen hat, „Amerika second“. Dann war‘s das mit der Menschheit. Wer freut sich darüber? Der Regenwald. Wir sollten uns nicht verrückt machen. Und nicht verrückt machen lassen. Nicht von der Panikmache angesichts eines 70jährigen Rotzlöffels, der nun US-Präsident ist. Wir sollten einfach mal abwarten. Zum verrückt machen lassen und zum Aufregen wird es vielleicht schon bald viele konkrete Gründe geben. Gut an der ganzen Sache ist, dass man wieder vor etwas konkretem, dem US-Präsidenten nämlich, Angst haben kann. Wenn man will. Das ist gut, denn dann merken vielleicht einige Grundwütige, welche schönen Seiten ihr vermeintlich schlimmes Leben doch hat. Zum Beispiel die neue Umgehungstraße, auf der man jetzt schneller raus ins Gewerbegebiet kommt. Zu Kaufland. Wenn wir alle durchhalten, dann ist der Spuk in acht Jahren auch schon wieder vorbei. Das ist schneller, als meine neu gekauften wiederaufladbaren Batterien – in zehn Jahren nämlich – nur noch 70% Ladekapazität haben. Was für ein Trost.


Dieser Blogeintrag wurde geschrieben zur Musik von „Glitter and doom“ von Tom  Waits.


Kompetenzschmelze

9. Januar 2017


Gerade beim Rodeln muss man leider feststellen, dass die Menschen dümmer geworden sind. Früher – ich darf früher sagen – wussten die Menschen noch, wie man sich auf Rodelpisten verhält. Im Jahre 2017 jedoch, im Auge des Klimawandels, wo jede einzelne Schneeflocke als Vorwand gilt, drei Wochen Winterurlaub zu nehmen (wenn man noch Arbeit hat), irren nur noch lebensunfähige Honks über die notdürftig vereiste Schlittenloipe. Sehenden Auges ziehen sie ihr PVC-Schlittenimitat mitten in der Fahrrinne nach oben, entgegen der Fahrtrichtung. Ihnen schießen Kufenfahrzeuge mit überhöhter Geschwindigkeit entgegen, deren Fahrzeugführer das Lenken verlernt haben. Denn sie wissen nicht mehr um die Funktionsweise ihrer Füße, die sie nur noch benutzen, um Segway zu fahren. Die Menschen werden dümmer. Das Rodeln zeigt es. Ihre kurzsichtigen Augen gebrauchen sie nur noch, um im Kollaboration mit dem hochauflösenden Smartphonedisplay dämliche Handyfilme zu drehen (in der Regel hochkant!!!!!) und ihr Hirn lauert in ständiger Habachtstellung auf die nächste WhatsApp-Nachricht aus einer der vierunddreißig Gruppen, in die man sich hat einladen lassen. Während nun also die Erwachsenen dergestalt zu senkrecht dahinvegetierenden Befehlsempfängern von Mark Zuckerberg zurückrudimentieren, sind ihre lebensunfähigen Kinder sich selbst überlassen. Die kleinen Würmer, die in ihrem vierjährigen Großstadtleben noch nie Schnee gesehen haben und also auch nicht wissen können, wie man sich auf Schnee verhält, wackeln auf ihren Stummelbeinen direkt ins Verderben, indem sie nichtsahnend dem auf sie zuschießenden Schlitten zeigen, was Konfrontationskurs heißt. Auf diesem Schlitten sitzt ein erwachsener, schreiender Klumpen, vor dessen geistigem Auge sich gerade Schmerzensgeld, Schadensersatz und akute Alkoholsucht mit Medikamentenabhängigkeit sowie Therapiekosten addieren. Nein, es ist nicht schön. Darum wird es höchste Zeit, den Klimawandel zu bekämpfen, abzubremsen, zu stoppen und vielleicht sogar auf links zu krempeln. Also rückgängig zu machen. Durch Wiederbegrünung des Regenwaldes, Fahrverbote und weltweite Leberwurstfatwa. Das kann doch keine Herkulesaufgabe sein. Wir müssen handeln. Schnell. Sonst gibt es noch mehr Opfer.


8. Januar 2017

Ziemlich genau sechs Monate nach Erscheinen meines letzten Buches ist mir nun der perfekte Titel für dieses Buch eingefallen. Aber nu isses auch egal. Laut Verlag ist der Break Even fast erreicht. Man ist also fast an dem Punkt angelangt, wo der Verlust sich in eine scharze Null verwandelt. Für den Verlag, für das Buch, das der Handel nicht wollte, und zwar mit der Begründung: “Geschichten darüber, dass der Verfasser jetzt Vater ist? Hatten wir schon“Ein Satz, den Buchverlagsvertreter für Kochbücher und Krimis sicherlich täglich zu hören kriegen, harhar. Der tolle Titel, der nun nicht mehr das Buchcover ziert, wird nun zumindest für die ein oder andere Lesung verwendet werden. Die wiederum nicht Lesung genannt werden darf, weil sonst keine Leute kommen. Die Leute haben Angst vor dem Wort “Lesung”. Zumindest, wenn das Wort “Lesung” nicht im Zusammenhang mit TC Boyle oder so verwendet wird. Da das Buch ja davon handelt, dass sich in unserem Haushalt einer mehr rumtreibt, ist vielleicht der Sachverhalt interessant, dass heute der Bruder desjenigen Geburtstag gehabt hätte. Richtigen Geburtstag. Den Geburtstag schlechthin. Im Kreißsaal. Hätte er haben können, wenn er sich raustrauen würde. Aber er verharrt noch, er wartet ab. Ist ihm wohl alles zu verrückt da draußen. Und zu kalt. Immerhin liegt Schnee. Nicht zu unterschätzen. Andererseits gut für seinen Bruder, der bereits da ist. Der durfte heute Schlitten fahren. Noch geht das ja, obwohl Donald Trump was dagegen hat. Weswegen er weiter fleißig Öl verbrennen will. Nun ja.


Huhu 2017!

Guten Tag. Das neue Jahr beginnt mit recht zweifelhaften Ereignissen, auf die ich nicht näher eingehen mag. Auch nicht auf diesem neuen Blog. Statt auf Facebook (absteigender Ast) bereichere ich die Welt ab sofort auf meinem eigenen Blog mit meinen goldenen Worten. Wobei ich stets weise vermeide, jeden Pups zu kommentieren, den die Bewohner dieses Planeten so verursachen. Das können andere tun. Ich für meinen Teil (tolle Floskel) mag lieber darauf hinweisen, dass es eine neue lose Reihe im Digitalfernsehen namens YouTube gibt. Da habe ich nun eine eigene Sendung, in der ich mich mit Arbeitskollegen treffe. Der erste Kollege ist John Doyle. Er ist integrierter Migrant und hat sich auch schon fortgepflanzt. Darum geht es aber nicht. Sondern um was anderes. Man kann sich das in meinem YouTube-Kanal angucken. Aber auch ankucken, wenn man der Meinung ist, dass gucken mit k geschrieben wird. Und wenn man knapp 40 Minuten Lebenszeit erübrigen kann. Viel Vergnügen. Klick. Hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=T6P-aA12oqM


5. Januar: schon fast hundert Abrufe für unser wirres Gerede in Johns unaufgeräumtem Hotelzimmer 212. Jippie!